AZ-DWV IG Spangle Club Information!

 

 

Der Opalin Spangle oder der Spangle in Opalin?

 

Es ist bisher in Deutschland wenig über Opaline geschrieben worden. Bei den Ausstellungen wird mehr über Wellensittiche mit der Normalzeichnung gesprochen. Die Schaubeteiligung der ausgestellten Opaline beträgt 10 % bis 12 % bei Europa-, Landes- und Bundesschau.

 

Woran liegt es, daß der Opalin bei den Züchtern ein „Schattendasein“ führt? In der Zucht liegen die Vorteile klar auf der Hand. Er wird zur Verbesserung der Normalen für das Kopf-, Nacken- und Maskengefieder herangezogen. Er verfügt über eine hervorragende Maskentiefe und große Kehltupfen. Opaline haben sehr gute Federeigenschaften im Nacken-, Kopf- und Stirngefieder.

 

Ein Nachteil ist, daß sie die für unerfahrene Züchter oft gefürchteten Stirnflecken bringen. Diese Melaninansammlung im Stirnbereich wird damit zum Handicap des Opalin. Der Vermehrer von Wellensittichen geht diesem Nachteil aus dem Weg. Der Züchter – züchten heißt gestalten, vermehren ist verwalten -, nimmt dies als Herausforderung. Er paart sie geschickt in seine Farbschläge ein, um die Vorteile zu übertragen. Die Mutation Opalin ist für mich nicht nur eine Veränderung der Zeichnung. Durch den Wegfall des Melanins im Kopf-, Nacken- und Mantelbereich sehe ich die Feder hier im eigentlichen Sinne als eine „erleichterte“ Feder an. Gleichzeitig ist durch konsequente Zucht eine Maske aufgetreten, die man beim Normal-Wellensittich kaum findet. Dies sind Eigenschaften einer Mutation, die für mich vielfältig nutzbar sind.

 

Die vom Standard geforderte Wellenzeichnung auf den Flügeln ist für mich so nicht realisierbar. Bei einer heute geforderten mittleren bis groben Feder zieht sich immer etwas Körperfarbe in die Flügelfarbe mit ein. Das zeigt sich bei allen anderen Mutationen wie Hellflügel, Lacewing, Zimtopalin, Rezessive Schecken, Australische Schecken und Spangle in opalin.

 

Bei den ersten Veröffentlichungen über Spangles wurde es versäumt, etwas ausführlicher über die Besonderheit der Opalin Spangles in Wort und Bild zu berichten. Eigene Erfahrungen, Gespräche mit den ersten Spangle-Züchtern Jo Mannes und Reinhard Molkentin bestätigen meine These von zwei Varianten:

 

Variante I = Opalin Spangle mit Melaninsäumung

Variante II = Opalin Spangle ohne Melaninsäumung

 

Wie unterscheidet man diese beiden Varianten?

 

Zunächst muß man wissen, daß es bei Hahn und Hennen unterschiedliche Melaninansammlungn in der Zeichnung gibt. Hennen verfügen naturgemäß über mehr Melanin. Sie sind in diesem Bereich „farbstabiler“, d.h., es gibt bei Hennen einen geringeren Farb- und Melaninverlust als bei Hähnen. Bei meinen weit über tausend nachgezüchteten Spangles in 15 Jahren habe ich folgendes festgestellt:

 

Hennen:              80 % sehr gute bis befriedigende Zeichnung

                            20 % ausreichende bis ungenügende Zeichnung

 

Hähne:                20 % sehr gute bis befriedigende Zeichnung

                            80 % ausreichende bis ungenügende Zeichnung

 

 

 

 

 

Auf der Melaninskala für Spangle befinden sich 80 % der Hennen zwischen 50 + 100, aber nur 20 % der Hähne!

 

Es gibt eher eine melaninüberzeichnete Henne als einen Hahn. Diese Spanglemelaninskala spiegelt sich auch in den Erfolgen der Spanglehennen wieder. Bei den Rezessiven Schecken und Australischen Schecken sind es die Hähne, die durch ihre Aufhellung ihre Erfolge erringen. Sie sehen, dass mit dem Wissen über diese natürlichen Gegebenheiten einfache Erklärungen für Erfolge gegeben sind.

 

Der Opalin Spangle

 

Variante I finden wir zu 80 % bei den Hennen und zu 20 % bei den Hähnen.

Variante II 80 % bei den Hähnen und 20 % bei den Hennen.

 

Variante II verfügt über Melaninfreiheit. Die Spanglezeichnung ergibt sich aus der Körperfarbe. Sie ist klarer und eindeutiger bei den Hähnen zu erkennen. Diese Spanglezeichnung in der Körperfarbe finden wir auch bei 80 % der Normal-Spangle-Hähne.

 

Welche Spangle sollen ausgestellt werden?

 

Ich habe dazu bei der AZ-DWV-Zuchtrichtertagung am 18.03.1996 in Kirchheim und gemeinsam mit Marc Phillipps bei der Tagung der Interessengemeinschaften in der AZ-DWV am 19.06.1996 in Bad Neustadt folgende Empfehlung gegeben:

 

1.             Schaueigenschaften in den Positionen Kondition, Typ, Größe und Haltung müssen gegeben sein.

 

2.             Maske und Kehltupfen:

Kehltupfen müssen vorhanden sein, in spangletypischer, halbmondförmiger Anordnung, d.h., ja nach Form der Kehltupfenfeder muß das Melanin als Säumung erkennbar sein.

 

3.             Farbe:

Die Körperfarbe abgegrenzt zum Flügel.

 

4.             Zeichnung:

Klar und eindeutig erkennbare Säumung der Flügelzeichnung mit Melanin oder Körperfarbe.

 

5.             Konsequent die o.g. Merkmale in der Bewertung umsetzen.

 

Wichtig bei der Ausstellung der Spangle Opalin Varianten I und II ist, daß sie die Punkte 1 bis 4 berücksichtigen. Sie erleichtern damit dem Zuchtrichter die Bewertung und sichern sich damit ihre Erfolge.

 

 

Verfasser:

Clemens Keller (AZ 12612)

Marienstr. 140, 68794 Oberhausen-Rheinhausen

Tel. 07254/3887, Fax 07254/75194