AZ-DWV IG Spangle Club Information
Spangle
Meine erste Begegnung mit dieser neuen
Mutation bis zum Ausstellungserfolg
-ein Bericht aus dem Jahre 1988-
Ende
1981 rief mich der Lübecker Züchter Rudolf Malis an und erzählte mir von seinen
neu erworbenen Wellensittichen namens „Spangle“.
Nach
seiner telefonischen Beschreibung konnte ich mir unter dieser neuen Mutation
nicht viel vorstellen. Gleich am nächsten Tag vereinbarten wir einen
Besuchstermin, denn mein Züchterherz fieberte vor Neugier.
In einer
Zuchtbox präsentierten sich meinem Mann und mir 4 Vögel, die alles andere als
einem Standardvogel ähnelten, eher konnte man sie einem australischen Wildvogel
zuordnen, und trotzdem beeindruckten uns diese kleinen Wesen. Die besonders
intensive Grundfarbe (hellgrün) brachte das typische Merkmal der Spangle, die Aufhellung der schwarzen Wellenzeichung
an Kopf, Wangen, Hals, Rücken und Flügeln zu gelb erst richtig zum Vorschein,
wobei von der schwarzen Farbe der Zeichnung nur noch ein Saum um die somit
aufgehellte Feder übrigblieb. Da bei dieser Mutation von einer dominanten
Vererbung gesprochen wurde, bestand die Aussicht, verpaart mit einem recht
guten Standardvogel, diesen Farbschlag in der Qualität erheblich zu verbessern.
In den
nächsten Wochen und Monaten gab es kein anderes Thema. So bezogen wir Anfang
1982 von dem Züchter Reinhard Molkentin unsere ersten
Spangle, und zwar einen 1,0 „Original“ Spangle Hellgrün, eine 0,1 Spangle
Blau in etwas besserer Qualität und einen 1,0 Spangle
Hellgrün aus der Nachzucht von Herrn Molkentin. Der
Verpaarung 1,0 Spangle Hellgrün „Original“ x 0,1
Hellgrün schenkte ich meine größte Aufmerksamkeit. Das Gelege bestand aus 4
befruchteten Eiern. Beim Heranwachsen der Nestlinge
fiel mir besonders auf, dass 2 der Jungtiere helle Federn am Kiel der
Schwanzfedern zeigten, während die anderen beiden Jungtiere dunkle Federn
hervorbrachten.
Schon
recht bald konnte ich an den Jungtieren mit den hellen Schwanzfedern die
typische Säumung an den Flügeln erkennen. Diese nachgezüchteten
Spangle zeigten schon eine stattliche Größe, denn
immerhin hatte ich meine beste 0,1 Hellgrün für die Verpaarung ausgewählt und
dennoch konnten sich die Jungtiere auf der nächsten Ortsschau nicht behaupten.
In der
zweiten Generation wählte ich einen Graugrünen 1-faktorigen Partner von sehr
guter Qualität. Aus dieser Verpaarung erhielt ich einen 1,0 Spangle
Hellgrün von hervorragendem Typ und Qualität. Mit ihm gewann ich erstmalig auf
einer Bundes-schau 1983 in Bremen die
Bundesgruppensieger-Medaille der Gruppe 16 + 17, ein Anreiz, welcher mich
beflügelte, in dieser Mutation weitere Verbesserungen zu erzielen.
Zwei
Jahre später, 1985, gelang es auch meinem Mann mit 0,1 Spangle
Zimt Hellgrün auf der Landesschau Schleswig-Holstein/Hamburg den Landessieger
zu stellen. Dies war für uns der Beweis, dass sich diese Mutation in doch
relativ kurzer Zeit im Typ verbessern ließ und durchaus die Forderungen als
Schauvogel erfüllen kann.
Im
nächsten Jahr kreuzte ich weiterhin graugrüne Vögel sowie Normalvögel in
dunkler Farbe (dunkelgrün und dunkelblau) in meinen Stamm. Hier sei noch zu
erwähnen, daß gerade die Grundfarbe bei dieser Mutation sehr wesentlich für die
Schönheit dieser Vögel ist.
So
gelang es mir 1986 eine dunkelgrüne Spangle-Henne von
einer bemerkenswerten Qualität in Typ und Größe sowie guter Zeichnung
nachzuzüchten. Mit dieser Spangle-Henne stellte ich
beim 3. WS-Europa-Championat 1987 in Karlsruhe den
Gruppensieger.
Um in
Zukunft weiterhin in dieser für mich nicht wegzudenkenden Mutation erfolgreich
zu sein, begrüßte ich die Gründung des Spangle-Spezial-Clubs.
Bereits das 1.Treffen in Nürnberg hat mich und meinen Mann veranlaßt, Mitglied
in diesem Club zu sein. Ich sehe schon heute mit großer Erwartung der ersten
Eintagesschau am 17.April 1988 in Krefeld entgegen. Vielleicht sind unter
Ihnen, liebe Leser, auch Zuchtfreunde, die mit mir die Begeisterung für diese
züchterisch reizvolle Mutation teilen und durch ihre Mitgliedschaft im Spangle-Spezial-Club dazu beitragen, die Spangle-Variante noch weiter zu verbessern.
Es wäre
nicht auszuschließen, dass auch Sie mit ein bißchen Glück in dieser Mutation
den lang ersehnten Ausstellungserfolg mit nach Hause nehmen können.
Allen
Züchtern wünsche ich für die kommende Saison viel Erfolg.
Verfasser:
Rotraud Martens (AZ 11465) Holzvogtweg 27, 23568 Lübeck