AZ-DWV IG Spangle
Club Information
Ist es möglich die Zeichnung
des Spangle zu verbessern?
Ganz
klare Antwort "JA"!
Man
sollte zunächst einmal auf das eigentliche Problem zu sprechen kommen.
Viele
unserer Spangle, zumindest die Vögel die auf unseren
Schauen ausgestellt werden, verfügen nicht oder nicht mehr über die typischen
Zeichnungsmerkmale des Spangle, d.h. die Zeichnung und
die typische Säumung ist teilweise nicht oder nicht mehr klar und deutlich als
solche zu erkennen. Die Musterbeschreibung des Spangle
(nachfolgend die Musterbeschreibung Spangle hellgrün)
sieht wie folgt aus:
Maske: Butterblumengelb, verziert durch 6 große,
runde, in gleichmäßigem Abstand angeordnete Kehltupfen. Die beiden äusseren sind teilweise durch längliche Wangenflecke
verdeckt.
Das Butterblumengelb der Maske erstreckt sich über das
Gesicht, die Stirn und den Scheitel, um in die Wellenzeichnung am Hinterkopf
überzugehen. Das Gesicht, die Stirn und der Scheitel sollen rein und frei von
jeder Zeichnung sein.
Nasenhaut: 1,0
= blau
0,1
= braun
Augen: Schwarz
mit weißer Iris
Kehltupfen: Schwarz
mit gelbem Zentrum
Wangenflecke: Violett,
silbrig weiß oder eine Mischung von beiden
Körperfarbe: Rumpf
(Brust, Flanken und Unterseite) hellgrün
von
gleichmäßiger Farbtiefe.
Zeichnung: Wangen,
Hinterkopf und Nacken, Schulter und auf den Flügeln
schwarz
mit einer gelben Säumung.
Auf
den Flügeln ist jede gelbe Feder mit einer schwarzen Linie
nahe der Federsäumung versehen, wobei eine gelbe Säumung
am Rand verbleibt. Die Zeichnung soll frei von jeglichem
Einfluß
der Körperfarbe sein.
Handschwingen: Gelb
mit schwarzer Säumung
Schwanzfedern: Gelb
oder gelb mit schwarzer Säumung
Füße und Beine: Blaugrau
marmoriert
Bei
vielen Spangle ist die Zeichnung zu hell
(Farbverdünnung durch zu buffige Feder), zu schwach oder zu unregelmäßig. Dies gilt
gleichfalls für die typischen Kehltupfen des Spangle.
Viele Spangle weisen auch eine zu schwarze
Melaninansammlung auf den Flügeln auf oder die dunkle Säumung an Flügelfedern
und Schwanz ist nicht mehr zu erkennen, weil sie durch die Körperfarbe ersetzt
wurde (hauptsächlich bei Spangle in Opalin). Woran liegt dies?
Es wird
sehr oft der Fehler begangen, daß die Züchter zuwenig Augenmerk auf das Aus-
gangsmaterial für die Zucht legen. Nur auf Größe x Größe zu züchten ist hier
der absolut falsche Weg. Man sollte nicht denken, daß hier die maximale Größe
und guter Kopf mit 65 Punkte schon einen guten Spangle ergibt. Die restlichen 35 Punkte ergeben sich
nämlich noch aus Farbe, Maske und Zeichnung. Hier ist es ratsam einen gesunden
Mittelweg zu finden, indem man diese fehlerhaft gezeichneten Ausgangsvögel
aussortiert und so auf Dauer eine Verbesserung in punkto Zeichnung erzielen
kann. Die Körpereigenschaften von Größe und Typ sind heute gefestigt. Dies ist
bei den spangletypischen Merkmalen noch nicht der
Fall. Hier steht uns noch ein gewaltiger Kraftakt bevor.
Die
nachfolgende Punkteskala für die Bewertung gilt für alle Spangle,
wobei Kondition immer Bedingung ist:
Größe, Typ, Haltung
und Flügelstellung 45 Punkte
Größe und Form des Kopfes 20 Punkte
Farbe 15 Punkte
Maske und Kehltupfen 10 Punkte
Zeichnung 10 Punkte
Dies ergibt gesamt maximal 100
Punkte
Empfehlenswert
ist hier als Ausgangspartner, Vögel mit guter Zeichnung und mit starkem
Melaninanteil zu nehmen. Möglichkeiten hierzu gibt es viele, z.B. die
Verpaarung eines gut gezeichneten Spangle x
Normalvogel welcher aus einer Verpaarungen mit Spangle
stammt (Erhalt des Spangleblutes). Bei der Verpaarung
Spangle x Spangle spielt
die Häufung des Spanglefaktors sicherlich eine nicht
zu unterschätzende Rolle, aber Achtung bei entsprechenden Fehlern beim
Ausgangsmaterial treten diese in der Nachzucht auch wieder gehäuft auf. Bei der
Verpaarung Spangle doppelfaktorig
x Normalvogel ergibt die Nachzucht zwar ein 100 %-iges
Ergebnis von einfaktorigen Spangle,
jedoch bei der Be-trachtung eines vollen Nestes wird
man feststellen, dass die Zeichnung bei jedem der Jungen, selbst bei
Farbgleichheit in der Körpergrundfarbe, eine Andere ist. Hier ist es
unumgänglich für die Weiterzucht und für die Schauen eine weitere
Selektionsmaßnahme durchzuführen. Man kann weniger gut gezeichnete Spangle planvoll ohne weiteres in der Zucht verwenden. Auf
den Schauen sind diese allerdings fehl am Platz!
Bei der
Verwendung von doppelfaktorigen Spangle
x Normalvogel erhält man die beste Qualität an Zeichnung wenn der verwendete
Normalvogel aus einer Spangleverpaarung stammt. Der
verwendete doppelfaktorige Spangle
kann für die Zucht ohne weiteres über Körperflecke verfügen. Wir empfehlen
hierzu doppelfaktorige zu verwenden welche nicht über
Zimt oder Zimtopalin gezüchtet sind. Weitere Vorteile
bieten sich bei der Verwendung von Dunkelfarben oder Gelbgesichtern. Dadurch
erhalten aufgehellte Spanglezeichnungen eine
Verstärkung in der Zeichnung. Auch der Zuchteinsatz von Spangle-Hennen
in Zimt ist meist erfolgreich um normal gezeichnete Spangle
zu züchten. Sie verfügen meist über ein hervorragendes Gefieder und über eine
exzellente Maske mit großen Kehltupfen. Die Nachzucht zeigt in der Regel eine
klare Spanglezeichnung. Nach Erfahrung des Ver-fassers, verfeinert die Zucht mit Spangle
in Zimt die Befiederung des Vogels positiv, ebenso die typische Spanglezeichnung.
Nachfolgend
einige Vererbungsbeispiele:
Spangle EF x Normalvogel
= 50 % Spangle EF, 50 % Normalvogel
Spangle EF
x Spangle EF = 50 % Spangle EF, 25 % Spangle DF, 25 % Normalvogel
Spangle DF
x Normalvogel = 100 % Spangle EF
Spangle DF
x Spangle EF = 50 % Spangle EF, 50 % Spangle DF
Spangle DF
x Spangle DF = 100 % Spangle DF
Nachdem
die Stückzahlen der Spangle auf unseren Schauen einen
Anteil zwischen 10 % und 15 % an den Gesamtmeldezahlen vorweisen, sollten wir
zukünftig für den Erhalt der typischen Spanglezeichnung
Sorge tragen. Bei gutem Ausgangsmaterial dürfte dies sicherlich nicht allzu
schwierig sein, die tolle Zeichnung dieser noch relativ recht jungen Mutation
wieder zu verbessern.
Verfasser:
Marc Phillipps (AZ 24653)
Sprecher AZ-DWV IG Spangle Club